Wenn Software Routine übernimmt: Wodurch entsteht künftig der Wert unserer Steuerkanzlei?
Mitten in Oberbayern. Grüne Wiesen und Wälder, wohin man sieht. Hier in Andechs, bei der hmd-software AG, läuft das Stimmungsbild einer ganzen Branche zusammen. Denn hier wird täglich an Software für Steuerkanzleien entwickelt. Wer bei hmd arbeitet, bekommt ziemlich genau mit, welche Themen die Branche beschäftigen: Automatisierung, digitale Prozesse, künstliche Intelligenz und die Frage, wie sich Steuerberatung verändern wird. Denn seit Jahren investieren Steuerkanzleien in Automatisierung, schlankere Prozesse und direktere Kommunikation mit Mandanten. Buchhaltungsprozesse werden automatisiert, Belege digital verarbeitet, Mandanten laden Unterlagen selbst hoch und viele Routinetätigkeiten laufen heute deutlich effizienter ab als noch vor wenigen Jahren. Vorteile und Kennzeichen wie diese sind auf Steuerberater-Websites unter dem Begriff „Digitalisierung“ versammelt, und kaum eine Kanzlei stellt diese Entwicklung infrage. Digitalisierung ist also längst zur Selbstverständlichkeit geworden.
Tobias Heinrich, Vertriebsleiter Software für Steuerberater und Unternehmen bei hmd-software, hat einen klaren Blick auf das, was Steuerkanzleien heute so bewegt. „Interessanterweise verändert sie nicht alle Bereiche einer Kanzlei gleichermaßen. Während vor allem in der Finanz- und Lohnbuchhaltung viele Prozesse schneller, strukturierter und effizienter werden, verändert sich die eigentliche Beratungsarbeit der Berufsträgerinnen und Berufsträger eigentlich weniger. Software schafft zwar Freiräume – beraten muss die Kanzlei trotzdem selbst.“ Digitalisierung nehme einer Kanzlei also keine Beratung ab. Sie schaffe aber die Voraussetzungen dafür, dass mehr Zeit dafür entstehen kann.
Challenge
Hier könnte nun eine der größten Veränderungen der kommenden Jahre liegen. Über Jahrzehnte entstand der wahrgenommene Wert vieler Kanzleien vor allem durch Leistungen, die Mandanten unmittelbar erleben konnten: Steuererklärungen wurden erstellt, Jahresabschlüsse fertiggestellt, Lohnabrechnungen pünktlich verschickt. Digitalisierung verändert genau diese Leistungen, weil sie zunehmend automatisiert, standardisiert oder vom Mandanten selbst vorbereitet werden können. „Wichtig bleiben diese Leistungen weiterhin. Automatisierung verschiebt aber den Wert einer Kanzlei“, so Tobias Heinrich. Nicht mehr die Erstellung von Informationen werde zum entscheidenden Unterschied, sondern ihre Einordnung.
Ein Unternehmer erhält heute beispielsweise seine betriebswirtschaftliche Auswertung per Mail, digital und pünktlich. Das erwartet er inzwischen selbstverständlich. Was er dagegen als kleine Extrameile empfinden kann, ist ein kurzer Hinweis seines Steuerberaters: „Der Umsatz liegt zwölf Prozent über dem Vorjahresmonat. Schauen wir uns gemeinsam an, woran das liegt.“
Oder denken wir an den Jahresabschluss. Für viele Mandanten ist er ein umfangreiches Dokument mit zahlreichen Zahlen und Erläuterungen. Die entscheidende Frage lautet aber nicht, wie viele Seiten der Abschluss umfasst, sondern: Welche Erkenntnisse sollte ich daraus mitnehmen? Eine einseitige Zusammenfassung und persönliche Einordnung mit den wichtigsten Entwicklungen kann manchmal mehr Orientierung schaffen als Seite um Seite Zahlenwerk.
So unscheinbar solche Beispiele wirken mögen, so zeigen sie doch, wie sich die Rolle der Kanzleien verändert. Digitalisierung macht Standardleistungen zwar effizienter; den eigentlichen Unterschied erlebt der Mandant aber dort, wo jemand Zahlen einordnet, Entwicklungen erklärt und unternehmerische Orientierung gibt.
Und da ist sie, die neue Herausforderung: Beratung findet häufig statt, wird möglicherweise aber kaum als solche wahrgenommen. Viele Kanzleien leisten heute weit mehr, als Mandanten bewusst erkennen. Der Wert ihrer Arbeit verschiebt sich. Die Kommunikation dieses Wertbeitrags häufig noch nicht.
Der seitenwind-Ansatz
Hier beginnt für uns Marken- und Kommunikationsarbeit. Wir entwickeln keine Software und begleiten keine Digitalisierungsprojekte. Uns interessiert vielmehr, welche Folgen diese Entwicklungen für die Wahrnehmung einer Kanzlei bei ihren Mandanten haben. Wenn sich der Wert steuerlicher Beratung verändert, sollte sich auch die Art verändern, wie eine Kanzlei über ihre Arbeit spricht. Nicht werblicher, sondern verständlicher und relevanter.
Wir arbeiten gemeinsam mit Kanzleien heraus, wodurch ihre Beratung heute tatsächlich Mehrwert schafft, welche Momente Mandanten in Erinnerung behalten, welche Leistungen Orientierung geben und wie sich genau diese Stärken auf Websites, in der Mandantenkommunikation, im Recruiting oder in der Positionierung glaubwürdig sichtbar machen lassen.
Leistungen
- Positionierungsworkshops für Kanzleien
- Kanzlei-Branding
- Markenleitbilder
- Websites für Steuerkanzleien
- Storytelling
- Kommunikationsstrategien
- Employer Branding
- Recruitingkampagnen
- Content-Strategien
- interne Markenkommunikation
Partner
Als wir Andechs verlassen, bleibt weniger die Software im Kopf als ein Gedanke: Digitalisierung verändert Prozesse; den Wert einer Kanzlei bestimmt sie nicht. Der entsteht erst dort, wo aus gewonnenen Freiräumen bessere Beratung wird.
Mehr über den seitenwind-Kunden und seitenwind-Partner hmd-software AG, den relevanten Player im Softwaremarkt für Steuerkanzleien, Buchhaltungsservices und Unternehmen: https://hmd-software.com